Leises, einfühlsames,
faszinierendes Solotheater
Unter der Oberfläche brodeln die großen Themen: Liebe,
Tod und Sterben. Gisela Nohl macht mit ihrer schauspielerischen
Leistung den Abend zum Ereignis, fühlt sich ohne Distanz und
doch mit Leichtigkeit in Mutter und Tochter ein und bewältigt
die ständigen Rollenwechsel mit G-schick und Bravour, hin-
und hergeworfen zwischen Komik und Melancholie.
Ankündigung zum 6. Festival Freier Theater
in NRW "Theaterzwang", Dortmund
Die Inszenierung "Du
bist meine Mutter" von Joop Admiraal, als erste Regiearbeit
von Bernd Rieser besonders bemerkenswert, zeigt ein kompliziertes
und differenziertes Mutter-Tochter Beziehungsgeflecht. Die Aufführung
ist eine tiefgreifende und sehr persönliche Auseinandersetzung
mit dem Thema Alter, Abhängigkeit und Einsamkeit. Die schauspielerische
Höchstleistung von Gisela Nohl trägt den Abend und macht
beide Figuren - Mutter und Tochter -, die sie im ständigen
Rollenwechsel darstellt, durch ihr subtiles, differenziertes, klares
und einfühlsames Spiel zu individuellen Charakteren, die in
jedem Moment der Darstellung glaubhaft und nachvollziehbar bleiben,
wodurch die Thematik direkt und ergreifend über die Rampe transportiert
wird.
Laudatio anläßlich der Verleihung
des Hauptpreises des 6. Festivals Freier Theater NRW "Theaterzwang",
Dortmund
"Du bist meine Mutter"
ist ein sehr leises, mit ganz behutsamer Ironie getupftes Stück
über das Altern, auch über die gewandelte Beziehung von
Kindern und Eltern. Gisela Nohl spielt die Figur der Mutter als
ganz präzise, niemals überzogene Studie körperlicher
Gebrechlichkeit und des allmählichen Gedächtnis- und des
Identitätsverlustes. Ihr Tochter-Porträt zeigt eine junge
Frau, die sich von der dominanten Mutter befreit und sich gleichzeitig
von der neuen, eigenen Verantwortung erdrückt fühlt. Sehr
viel verdienter Beifall für eine überzeugende schauspielerische
Leistung. Kölner Stadtanzeiger
Gisela Nohl vom D.a.S.
Theater füllt beide Rollen gleichermaßen aus. Sie spielt
die Tochter vordergründig souverän, fürsorglich,
aber tief besorgt und ohnmächtig angesichts des zunehmenden
Verfalls der Mutter, zugleich oft verletzt, erstickt in der Umklammerung.
Als Mutter zittert dann wieder blitzschnell ihre Hand, verkrümmen
sich Schultern, Gesichtszüge. Angst hat die Mutter vor dem
Sterben, denn sie glaubt nicht an den Himmel. Sie will noch leben:
"Ich hab' ja dich". Siegener Zeitung
Gisela Nohl versteht
es, ihr Publikum mit ihrer Darstellung zu fesseln. Sie macht die
Beziehung Mutter-Tochter deutlich, deckt Problemfelder auf, läßt
Kindheitserinnerungen aufkommen. Das Stück verlangt Gisela
Nohl alles ab; am Ende erntete sie für ihre hervorragende Leistung
langanhaltenden Beifall. Iserlohner Anzeiger
Gisela Nohl bringt ein
Doppelportrait auf die Bühne, einfühlsam und höchst
beeindruckend wechselt sie zwischen den beiden Rollen. Es sind die
leisen Töne und kleinen Gesten, die Mutter und Tochter unverwechselbar
charakterisieren. Gebrechlichkeit wird nicht lächerlich, sondern
behutsam in Szene gesetzt, und die Wiederkehr des Gleichen wird
vorsichtig ironisiert. Westfälische Rundschau